DIE WELT
IST, WIE
DU ISST.

Essen geht durch den Magen und durch den Kopf.

Unser Essen auf Kosten der Erde und der Menschen

Die Rohstoffe für Biodiesel und Futtermittel für die Massentierhaltung werden in Südamerika angebaut und von dort zu uns transportiert. Durch Fällungen oder Brandrodungen wird der Amazonas-Regenwald immer weiter zerstört. Auf den frei werdenden Flächen werden Soja, Mais und Zuckerrohr angebaut. Die riesigen Soja-Felder nehmen in Brasilien bislang schon Land in der Größe Bundesrepublik Deutschland ein. Die abgeholzten Flächen werden außerdem als Viehweiden und Ölpalmplantagen genutzt. Das Palmöl und Fleisch der Tiere wird ebenfalls in die EU exportiert. Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes bedeutet einen großen Eingriff in die Natur, brutales Artensterben und einen riesigen Verlust an Kohlendioxid-bindenden Pflanzen, die wir benötigen, um den Klimawandel einzudämmen.
Doch nicht nur die Natur im Amazonas-Gebiet wird zerstört, sondern auch der Lebensraum vieler indigener Völker. Sie werden in Ihrer Lebensweise eingeschränkt, umgesiedelt oder sogar gewaltsam durch Waldrodungskonzerne oder illegale Holzfäller*innen vertrieben. Obwohl das brasilianische Gesetz den Völkern einen Schutz ihres Lebensbereiches und eine gleichberechtigte Mitbestimmung bei Genehmigungsverfahren zusichert, wird dies in der Realität immer wieder missachtet. Die indigenen Stämme versuchen sich mit Protesten und Petitionen zur Wehr zu setzten, jedoch erfahren sie nach wie vor immer wieder Ablehnung und Gewalt. Viele müssen sich beugen und sind daher mittlerweile in den Elendsvierteln der Städte vorzufinden.
Die aktuelle und traurige Aussicht: umstrittene Verfassungsänderungen werden diskutiert, sie würden die Landrechte der indigenen Völker weiter schwächen und aushöhlen.

Interessant für Großküchen:
• Tierische Produkte werden oft mit Futtermitteln oben beschriebener Herkunft produziert
• Verarbeitete Produkte enthalten oft Palmöl mit oben beschriebener Herkunft

Alternativen:
• Produkt in Großgebinden in Fair-Trade-Qualität beziehen
• Produkt in Bio-Qualität beziehen
• Ersatzprodukt nutzen: regionale Alternativen mit überprüfbarer Herkunft

Produkte in Fair-Trade-Qualität stellen eine wichtige Alternative zu konventionell produzierten Waren dar. Die Herkunft der verwendeten Produkte sollte bei ihrer Auswahl stets beurteilt werden. So kann die Unterstützung der Vertreibung indigener Völker durch den Bezug lokaler Produkte vermieden werden.
Darüber hinaus können Produkte oftmals problemlos durch Alternativen aus der Region ersetzt werden, z.B. Apfelsaft aus der lokalen Mosterei statt Orangensaft aus Brasilien. Hiermit ist neben transparenten Herstellungsbedingungen auch ein kurzer Transportweg verbunden, der weniger Ressourcen beansprucht und frische Ware ermöglicht.


Quellen und weitere Informationen:

https://www.gfbv.de/de/informieren/kampagnen/brasilien-spielt-mit-dem-feuer/landraub-und-gewalt-gegen-indigene-im-regenwald/
Quelle Bild: Photo by Matt Howard on Unsplash
https://www.gfbv.de/de/informieren/kampagnen/brasilien-spielt-mit-dem-feuer/landraub-und-gewalt-gegen-indigene-im-regenwald/
https://www.boell.de/de/fleischatlas

 

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