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Saisonalität: Essen im Rhythmus der Natur

Erdbeeren im Winter und Orangen im Sommer, das Angebot in den konventionellen Supermärkten wird immer unabhängiger von den natürlichen Anbauzeiten unserer Lebensmittel. „Natürliche Anbauzeiten“ ist in diesem Fall auf die Zeiten im Jahr bezogen, in denen die Lebensmittel, die wir in Deutschland verzehren auch in unseren Breitengraden wachsen. Regionalität und Saisonalität sind zwei untrennbar miteinander verbundene Prinzipien. Nicht umsonst gibt es die klassische Spargel- und Grünkohlzeit mit ihren vielfältigen Rezepten bei uns nur im Frühling bzw. Winter.

Doch die Internationalisierung der Handelsströme macht es möglich Erdbeeren aus Südamerika eben auch im Winter auf den Speiseplan zu setzen – irgendwo auf der Welt hat jedes Gemüse oder Obst gerade Saison. Der Transport um den halben Globus sorgt für hohe Treibhausgasemissionen, besonders bei frischem Obst und Gemüse, was oft mit dem Flugzeug zu uns gebracht wird.
Hinzukommt, dass der Anbau dieser Produkte meist in Billiglohnländern stattfindet und somit auch die damit verbundenen Arbeitsbedingungen mehr als zu wünschen übrig lassen.

Die industrielle Landwirtschaft hat jedoch auch in Europa Möglichkeiten gefunden, viele Lebensmittel, die normalerweise starken saisonalen Schwankungen unterliegen, wie z.B. Tomaten oder Paprika, das ganze Jahr über verfügbar zu machen. Die Lösung dafür sind Treibhäuser und beheizte Folientunnel, die wiederum ein großes Maß an Energie verbrauchen und ebenfalls für Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Beispielsweise verursacht der Anbau von Tomaten im beheizten Treibhaus ca. 880g CO2/ 1 kg Tomaten und im Gegensatz dazu der Freilandanbau nur 110 g CO2/ 1 kg Tomaten.

Empfehlenswert ist es also aus klimatischer und arbeitsrechtlicher Sicht sich möglichst saisonal und regional mit Produkten aus dem Freilandanbau zu versorgen. Doch auch gesundheitlich bieten saisonale Lebensmittel Vorteile.
Durch die kürzeren Transportwege, können Obst und Gemüse meist vollreif geerntet werden und haben somit mehr Vitamine als ihre unreif geernteten Globetrotter-Verwandten. Produkte aus dem Freilandanbau, verfügen auch daher über mehr Nährstoffe, da sie unter natürlichen Bedingungen (Erde, Sonne, Regen etc.) angebaut werden. Ganz im Gegensatz zu den künstlich hergestellten Bedingungen im Treibhaus, der modernen, industriellen Landwirtschaft.  Darüber hinaus sind Produkte aus dem Freilandanbau weniger mit Schadstoffen belastet, als die aus dem Folientunnel oder Treibhaus.

Abgesehen davon schmecken frische, reife Lebensmittel natürlich auch viel besser als unreif geerntete und wochenlanggelagerte Produkte. Zur Orientierung für den nächsten Einkauf oder die nächste Speiseplangestaltung gibt es praktische Saisonkalender und einige saisonale Friedensteller Rezepte. (Siehe unten)

Interessant für Großküchen:

Viele Produkte können frischer und in geschmacklich besserer Qualität saisonal und regional bezogen werden

Alternativen für Großküchen:

  • Speiseplangestaltung am Saisonkalender orientieren
  • Produkte von regionalen Erzeugern beziehen
  • Produkte in Bio-Qualität beziehen

 

Rezepttipps:

Herbst-Gemüse-Gratin

Spitzkohl-Wrap Herbst in Münster

Spitzkohl-Wrap Münsterland

Kartoffel-Frühlingsgemüse-Gratin

 

Quellen und weitere Informationen:

Vinz, Dagmar (2008): Enträumlichung und Entzeitlichung der Ernährung als Herausforderung, in: Kurswechsel 2008, Heft Nr. 3, S.39-49.

Von Koerber, Karl; Hohler, Hubert (2012): Nachhaltig genießen. Rezeptbuch für unsere Zukunft, Stuttgart, Trias Verlag.

Foto:

Foto: Chris Lawton on Unsplash

Bundeszentrum für Ernährung: Saisonzeiten bei Obst und Gemüse https://www.bzfe.de/inhalt/saisonzeiten-bei-obst-und-gemuese-3130.html

Saisonkalender des Bundeszentrum für Ernährung:

https://www.bzfe.de/_data/files/3488_2017_saisonkalender_posterseite_online.pdf

 

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