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David gegen Goliath – wie Großkonzerne Kleinbauern und Kleinbäuerinnen enteignen

Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, die ihr Land zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes benötigen, werden von großen Agrarkonzernen oder privaten Investor*innen enteignet. Sie können ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen, ihre Existenz ist bedroht: Die Familien hungern und die Kindern erfahren keine Bildung, da auch sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen.

Diese großflächigen Landkäufe von privaten oder staatlichen Investoren und Agrarunternehmern werden als Landgrabbing bezeichnet. Die Flächen werden dann genutzt, um nach eigenen Vorgaben große Mengen diverser Agrarrohstoffe zu produzieren. Ausgenutzt werden hierbei besonders rechtliche Grauzonen im wenig transparenten Bereich zwischen traditionellen Landrechten und modernen Eigentumsverletzungen, daraus resultierend neue, privatwirtschaftliche Kolonialverhältnisse.

Im weltweiten Vergleich sind besonders die wirtschaftlich schwachen Länder der Erde von Landgrabbing betroffen, unabhängig von ihrer Größe. In 2013 beispielsweise fanden in Sierra Leone, Liberien, Sudan, Südsudan, Kongo, Mosambik, Indonesien, Papua-Neuguinea und Ost-Timor teilweise weit über 1 Million Hektar Großflächiger Landkäufe und Pachtgeschäfte statt, die mit großer Wahrscheinlichkeit dem Landgrabbing zugeordnet werden können. So trifft es die, die verwundbar sind weil sie am wenigsten haben, am stärksten.

 

Interessant für Großküchen:

Viele der Produkte die verarbeitet werden, sind auf Flächen wie oben beschrieben angewiesen.

Alternativen für Großküchen:

  • Produkt in Großgebinden in Fair-Trade-Qualität beziehen
  • Produkt in Bio-Qualität beziehen
  • Ersatzprodukt nutzen: Bsp. Hafer- statt Kokosmilch, Austausch diverser exotischer Zutaten

 

Produkte sollten nach Verfügbarkeit grundsätzlich in Fair-Trade-Qualität bezogen werden. Darüber hinaus kann der Austausch typischerweise betroffener Zutaten wie z.B. Kokosmilch erfolgen, die häufig unproblematisch durch andere pflanzliche Produkte wie Hafermilch ersetzt werden kann.

Eine genaue Betrachtung der Herkunft der Produkte kann Aufschluss darüber geben, ob das Anbauland des Produktes zu den typischerweise von Landgrabbing betroffenen Ländern zählt. Bei diesem Verdacht sollte unbedingt Abstand von dem Produkt genommen werden, um das System vor Ort nicht weiter zu unterstützen.

Quellen und weitere Informationen:

https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/landgrabbing.html

https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/landgrabbing.htmlhttp://www.abl-ev.de/start/https://viacampesina.org/en/

Quelle Bild: Photo by Annie Spratt on Unsplash

 

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